Kefalonia hält das, was Korfu verspricht.

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Dabei ist Kefalonia kein Geheimtip ...

 

Kefalonia ist das ungleiche Geschwisterchen von Lefkada, sehr verschieden, aber manchmal erahnt man eine Ähnlichkeit.

Wir haben auch in Kefalonia den richtigen Ort als "Homebase" gewählt: Agia Efimia. Unser Apartment hat einen unbeschreiblichen Blick auf die gesamte Bucht dieses Ortes. Kefalonia ist grün, grün und nochmal grün (bis auf wenige Ausnahmen). Die Orte sind süß, schnuckelig und selbst das touristische Skala ist weit entfernt von dem "Touristen-Disnely-Land", dass man von anderen Inseln kennt (siehe Sidari -> Korfu). Wir haben versucht in der einen Woche soviel mit zu nehmen wie nur ging, ohne das es gleich "Streß wird".

Tag 1 Ruhig angehen lassen

Die Melisanni-Höhlen liegen auf dem Weg nach Antisamos Beach (bei Sami), ausserdem legt an dem Tag kein Kreuzfahrtschiff in Kefalonia an, daher bietet sich es an die Höhlen heute zu machen.

Melissani-Höhlensee

Bei einem Erdbeben ist irgendwann die Decke einer Höhle eingebrochen und hat ein kleines Wunder offenbart. Ein kleiner See in einem Höhlensystem straht gerade in der Mittagszeit, wenn die Sonne senkrecht in Höhle scheint, in wundervollstem Türkis und Blau. Nur 15 Minuten, die sich wirklich lohnen.

Agia Efimia

Unsere "Homebase" liegt ruhig gelegen und idylisch in einer Bucht mit einer vergleichsweise großen, aber nicht überfüllten Marina. Unser Apartment "Christinas Loft" lag ein bischen Abseits davon, aber dafür hatte es einen unschlagbaren Ausblick auf das Örtchen. Insgesamt hat der Ort mit seinen kleinen Restaurants einen gewissen Charme. Man spaziert die Hafenpromenade entlang, auf der einen Seite die (ruhigen!) Tavernen, auf der anderen Seite die Segelyachten, wo in den Abendstunden die "Seeleute" auf ihren Yachten ihr Essen oder ihre "Sundowner" geniesen.

Antisamos Beach

Der Strand hat uns wirklich überrascht. Ja, Mitte September ist Nebensaison, aber es waren überschaubar viele Menschen da. Im Vergleich zu Bataria-Beach oder Glyfada (beide) in Korfu: Tipota (nichts). Bleiben wir bei den Vergleichen, alle stürmen zum Bataria Beach wegen, den Fischen. Um das Thema wieder aufzugreifen, Antisamos hält was Bataria-Beach verspricht. Antisamos ist mindestens genauso beliebt bei den Doraden. Man spaziert ins Wasser und Fische wohin man sieht. Es ist als würde man in ein Aquarium schwimmen (und beißen tun sie auch, also stehts in Bewegung bleiben und den Breakdance im Wasser machen). Der Strand ist auch gut organisiert und zumindest in der Nebensaison sind die Liegen (im Acron) kostenlos. Einziger Wehrmutstropfen sind die vielen Wespen. Jetzt mal ganz ehrlich: Füße! Was haben diese Insekten mit den Füßen? Wenn man so da liegt, schwirren sie einem ständig um die Füße herum. Egal wo man hinschaut, alle machen mit Ihren Füßen Scheibenwischer Bewegungen! Apart from that: toller Strand. 

Tag 2 ist Ausflugstag

Fiskardo

Ein Traum von einem kleinen idyllischem Dörfchen ganz im Norden der Insel. Die Größe ist überschaubar und an der Marina, viele nette Restaurants und schöne Geschäfte. Die vielen bunten Häuschen werden von großen und dicht bewachsenen Bougainvillen in den verschiedensten Farben geschmückt und insgesamt merkt man, dass die Einwohner hier sich viel Mühe gegeben haben, alles schön zu halten. Wer nicht in Fiskardo war, war nicht in Kefalonia. Leider haben wir dem Ort zu wenig aufmerksamkeit geschenkt ... das machen wir das nächste mal anders!

Assos

Assos ist schwierig zu beschreiben. Von oben betrachtet, also bevor man von der Paßstraße runterfährt, ist es ein Traum. Am Ort angekommen ist der Traum vorbei: Heerscharen von Touristen besuchen in der Bucht die drei einzigen "Touristen-Tret-Minen-Restaurants". Die Idylle findet ein jehes Ende, wenn man dann den kleinen überfüllten Strand "bewundert". Unser Fehler war, dass wir nicht in Fiskardo gegessen haben. Schade.

Myrtos-Beach

Unsere letzte und beste Station an diesem Tag. Myrtos-Beach ist Kefalonia's Antwort auf Lefkadas Milos-Beach. Gerade bei den Stränden merkt man die Verwandschaft zu Lefkada. Myrtos-Beach liegt an einem Fels-Abhang, der Vormittags Schatten und Felsen (Vorsicht) spendet. Leider hatte es bei unserem Besuch viele Wellen, aber trotzdem behielt das Wasser seine türkis-blaue Farbe. Ein Traumstrand, aber auch gut besucht.

Tag 3 Ausflug nach Skala

Oh, Skala war die große Überraschung, im positiven Sinne. Belastet von den touristischen Traumatas, die wir in Korfu und anderen Inseln, erlitten hatten, haben wir wieder ein "Touristen-Disneyland" erwartet. Fehlanzeige! Ein traumhafter langer Sandstrand ist "luftig" organisiert und bietet viel Platz, auch für Jemanden, der sich selber "organisieren" möchte. Der Ort selbst hat eine größere Fußgänger-Zone mit vielen Restaurants, Pubs und Geschäften, die jedoch wesentlich zurückhaltender in den Ort einbetten sind als anderswo. Insgesamt war der Ort idylischer und ruhiger als wir gedacht haben, mag aber auch daran liegen, dass wir im September da waren, egal.

Agios Gerasimos

Ach ja, auf dem Weg nach Skala haben wir uns verfahren, weil "das schaffen wir auch ohne Navi". Nun nach 30 Minuten dämmerte uns, dass wir auf gutem Weg nach Argostoli waren, aber nicht nach Skala. Also Navi an und Korrektur berechnen lassen, die uns auch prompt an das größte und berühmteste Kloster in Kefalonia vorbeiführte: Agios Gerasimos. Strand gesucht, Kloster gefunden. Absolut sehenswert ist das Kloster auf jeden Fall, aber kein Muss.

Tag 4 Antisamos Beach

Pause! Wir haben den Fischen nochmal die Gelegenheit gegeben uns zu beißen (wer beobachtet hier eigentlich wen?) und den Wespen uns in die Füße zu stechen. Alles Gut gelaufen! Der Rest ist Copy & Paste vom ersten Tag.

Tag 5 Transit nach Argostoli und Lassi

Argostoli ist der Hauptort auf der Insel, aber dennoch sehr überschaubar. Der Ort liegt an einem Hang und grenzt ans Wasser zum Anlegehafen für Kreuzfahrtschiffe, Marina und Fischerhafen. Unsere Unterkunft ist 20m von der Fußgängerzone, der Plateia, entfernt und damit ideal gelegen. Wir bleiben 2 Nächte, um die Fahrtwege "zu verkürzen" - mehr zu dem Plan später.

Lassi und Makris Gialos Beach ist nur 10 Minuten mit dem Auto entfernt, also Zeug im Apartment abgeladen und sofort hin. Lassi ist wie Skala, touristisch aber immer noch zurückhaltender als so manch anderer Ort den wir kennen. Makris Gialos Beach ist ein toller Sandstrand, der einen ordentlichen Füllgrad hatte. Die Beach-Bar "Costa Costa" (Küste Küste? wie auch immer) bietet zum Schnäppchen-Preis von 40€ Liegestühle mit Schirm, heute ist alles egal. Während man am Strand liegt, kann man den startenden Flugzeugen unter dem Rock schauen. Der Flugplatz ist in Sichtweite, was auch Buzzy festgestellt hat. Trotzdem ein schöner Strand, halt mit deutlichen Abzügen in der "B" Note.

Tag 6 Sea Turtles und Strand

Morgenprogramm

In der Früh (vor 10 Uhr) Richtung Marina/Fischerhafen gelaufen. Ziel sind die Sea-Turtles und wir haben Glück: obwohl nur ein Fischerboot da war, haben zwei Schildkröten eine Filmreife Darstellung geboten.

Nachmittagsprogramm

Der anvisierte Strand ist Avithos. Naja, aber der starke Wind am Morgen hätte ahnend erkennen lassen müssen, dass das Meer eine gewisse "Unruhe" hat. In Avithos angekommen, haben wir ein Foto gemacht: schmaler Sandstrand, große Wellen - No. Überleg, überleg, fahren wir weiter nach Skala, same same not different. Überleg, überleg, fahren wir weiter nach Antisamos. Nach zwei Stunden Fahrt also wieder am Anfang zurück. Nicht gestochen oder gebissen worden, schön wie immer. Soviel zum Thema "kurze Wege".

Abendprogramm

Wir besuchen die De-Bosset Brücke und die Altstadt, wo wir durch die Gassen bummeln. Abends ist die Stimmung auf der Brücke am Besten, leider wehte immer noch der starke Wind, der uns den ganzen Tag schon begleitet hat. Die Altstadt, die gar nicht so alt ist, ist sehenswert aber von der Schönheit von Korfu-City ganz weit entfernt.

Agios Andreas

Idyllisch gelegen ist das Kloster Agios Andreas im Süden der Insel. Es ist nicht ausgeschildert, man muss es gezielt suchen (ja, mit dem Navi) und das ist auch gut so, denn dieser Ort straht eine unglaubliche Ruhe aus. Man setzt sich am Rand des Gartens hin und kann die Stille des Kloster geniesen. Kaum und wenn nur einheimische Touristen. 

Fazit

Kefalonia ist nicht nur eine Reise Wert, sondern für uns auch sicher eine Zweite (oder auch Dritte). Der September war Ideal in Sachen Temperatur und "Füllgrad" der Insel. Was uns besonders gefallen hat, ist wie liebevoll die Orte und die Häuser hergerichtet sind. Die Gebäude sind meistens im traditionellen Stil gebaut. Vom "Beirut-Stil", wie man es von anderen griechischen Orte kennt, weit entfernt.

Und wie immer ein kleines Video: