Korfu ist eine tolle Urlaubsinsel - allerdings nichts für Fußkranke, Kniegeschädigte und Leute die nicht gerne Treppen steigen oder Panik bekommen wenn Ihnen in super engen Sträßelchen ein Bus entgegen kommt.

 

 

1. Tag

An unserem 1. Tag auf Korfu haben wir erstmal gründlich ausgeschlafen - die Anreise war doch lang und anstrengend.

Glücklicherweise gehörte zu unserem 1. Apartment ein kleines Gartenstück mit Liegen und einem direktem Zugang zum Meer (Alipa Beach). Da haben wir es uns erstmal gemütlich gemacht und akklimatisiert. Gegen Abend haben wir dann unseren Ort erkundet (Paleokastritsa). Er besteht aus mehreren malerischen Buchten. Vor allem am Abend einfach wunderschön. Hinter jeder Ecke wartet ein neuer, atemberaubender Ausblick und eine neue, super schön gestaltete Bar oder Restaurant. 

Die bekannteste Bar ist die "La Grotta Bar", die wirklich atemberaubend an einem Felsabhang gelegen ist. Der Preis: 142(!) Stufen die man erst hinunter und danach dann natürlich auch wieder hinauf muss. Aber es ist tatsächlich jede Stufe wert.

Generell geht es hier eigentlich zu jedem Restaurant das etwas auf sich hält mindestens 30 Stufen runter. Der nach Hause Weg kann da durchaus ein Abenteuer werden.

2. Tag

Am nächsten Tag haben wir die ersten Strände erkundet. Agios Giordio ist ein toller Sandstrand mit kristallklarem Wasser (ja, schon wieder). Für unseren Geschmack allerdings zu voll.

Also weiter zum nächsten Strand. Glyfada war schon viel mehr unser Geschmack. Eine weite Sandbucht mit einem flachen Einstieg in das - na?... und deutlich weniger los.  Leider war es an diesem Nachmittag sehr windig. Aber trotzdem waren wir begeistert und beschlossen am nächsten Tag nochmal wieder zu kommen.

3. Tag

Und das taten wir auch: Den nächsten Tag haben wir komplett am Glyfada Strand verbracht.

4. Tag

Am nächsten Tag ging es in aller Früh hinauf ins Kloster Paleokastritsa (Du weißt, dass die Straße wirklich eng wird, wenn der hinauffahrende und der herunterfahrende Verkehr mit einer Ampel geregelt wird). Und das frühere Aufstehen hat sich gelohnt: gerade in den Morgenstunden, bevor die Busse mit den Touris anrollen, ist das Kloster ein magischer, ruhiger Ort. 

Auf dem Weg nach Kassiopi konnte man bei dem Auto vor uns förmlich sehen wie die Nerven bei dem Fahrer zunehmend blank lagen. Und ich konnte es auch verstehen. Die "Hauptstraße" war wiedermal kurvenreich und äußerst eng. Dazu ging es rechts geich neben der Straße steil runter zum Meer. Wegschilder zu Stränden oder Hotels zeigten in steil abfallende Straßen oder Einfahrten (purzeln sie einfach hier runter). Selbst bei Tavernen wie z.B. Dimitris Taverne 100m war nur Abhang zu sehen.

Andi ist da Gott sei Dank ziemlich entspannt und hat uns ohne weitere Aufregung die Berge rauf und runter gekurbelt und zusätzlich zwischen geparkten Autos am Straßenrand, entgegen kommenden Bussen und Fußgängern auf ihrem Weg zum nächsten Strand hindurch manövriert.

Kassiopi ist leider viel touristischer als wir es erwartet hatten und wir waren einfach nur froh, dass wir es nicht als unsere Homebase ausgewählt hatten (was durchaus eine Überlegung war). Also sind wir nach einem Kaffee am Hafen gleich weiter zum Bataria Beach - eine kleine Bucht gleich hinter Kassiopi und ein Tipp zum Schnorcheln. Nach den bisherigen Erfahrungen sind wir gelaufen und haben gar nicht erst versucht mit dem Auto hin zu kommen. Weise Entscheidung. 

Die kleine Bucht ist wirklich malerisch aber restlos überlaufen. Wir haben kaum noch einen Platz gefunden um wenigstens eine Strandmatte und ein Handtuch darauf zu platzieren. Aber schwimmen gehen ist wirklich ein Erlebnis. Sobald man im Wasser ist, findet man sich in einem Schwarm von Doraden wieder die bis ca. 20 cm an einen heran kommen und auch nur wiederwillig Platz machen wenn man sich weiter ins Wasser bewegt hat. (Entschuldigung, ich wollte tatsächlich auch schwimmen) Andi war dann auch eine Runde schnorcheln während ich das Treiben an Land begutachtet habe.

Nach diesem Erlebnis haben wir den Canal D'Amour, der ausdrücklich als touristisch und überlaufen gilt, erstmal sausen lassen und sind gleich weiter zum Agios Stefanos Beach im Nordwesten gefahren. Dort haben wir den Tag in einer tollen Beach Bar an einem weitläufigen Sandtstrand ausklingen lassen.

5. Tag - Umzugstag

Von Agios Stefanos waren wir so beigeistert, dass wir eigentlich am nächten Tag nochmal hin wollten. Aber am nächsten Morgen kam alles anders: es hat plötzlich geregnet. Zuerst nur phasenweise, so dass wir das Auto noch gut in den Regenpausen packen konnten. Doch als wir dann los fuhren fing es an wie aus Kübeln zu schütten - und das erstmal ohne absehbares Ende. So langsam dämmerte uns, dass unser Plan mit dem Strand nicht aufgehen wird. Ein neuer Plan musste her. Antizyklische Planung hat sich schon oft bewährt und so haben wir den Ausflug zum Canal D'Amour wieder ausgepackt. Nach dem Unwetter sollte es da zumindest nicht mehr voll sein. Und der Plan ging auf: Bis wir im Norden der Insel angekommen waren kam die Sonne schon wieder raus, es ging wieder munter auf die 30 Grad zu und wir waren am Canal D'Amour fast alleine unterwegs. Das einzige Manko: das Wasser war doch ziemlich aufgewühlt und nicht so türkis blau und klar wie man es auf allen Bildern sehen kann.

Danach ging es weiter Richtung Korfu Stadt - unser neues Apartment für die nächsten 2 Nächte beziehen.

Korfu Stadt

Korfu Stadt war keine Liebe auf den ersten Blick- aber auf den Zweiten!

Manchmal passen Vorstellung und das was man vor Ort vorfindet nicht ganz zusammen und es braucht ein bisschen bis man sich umstellt. Was noch dazu kam: wenn wir bisher dachten Parken auf Korfu ist schwierig, hatten wir Korfu Stadt noch nicht gesehen! Es ist unfassbar voll und eigentlich gibt es nur 2 oder 3 große Parkplätze an denen man bis zu 1 Std ansteht um überhaut rein zukommen! Eine Belastung für die Nerven.

Unser Apartment lag mittendrin am Rande der Altstadt in einem Altbau von 1865 mit den üblichen Vor-und Nachteilen:
Man ist in 10 Min überall wo man hin will, kann tagsüber jederzeit zurück um Einkäufe abzustellen oder einfach mal in der Klimaanlage durch zu schnaufen. Wenn gar nichts mehr geht ist kurz abduschen einfach unschlagbar!
Nachteile: die erwähnte Parksituation und eine super schmale Holztreppe in den 2. Stock über die unser halber Hausstand erstmal nach oben transportiert werden musste.

Abends hat es dann auch nochmal geregnet. Kein idealer Start.

Am nächsten Morgen sind wir erstmal zum Markt - unser Klassiker. Und auf dem Weg dahin hat uns die Stadt immer mehr verzaubert. Den 1000 Kurven und Ecken folgend vergisst man schnell, dass man in Griechenland ist und wähnt sich schnell in einer italienischen Stadt. Die vielen Eisdielen um einen herum verstärken diesen Eindruck. Nur die Bouzouki Spieler in der Straße erinnern einen daran wo man eigentlich ist. Musik wird überhaupt groß gesschrieben in der Stadt. Überall trifft man auf tolle Straßenmusiker. Auch den Besuch der alten Festung machen sie zu einem magischen Erlebnis. Diese wird nämlich noch als Musikhochschule genutzt. Und während man durch die Relikte der venezianischen Festung schlendert hört man einen Klavier Studenten spielen...

Fazit

Korfu ist ein toller Ort mit deutlich venzianischem Einschlag. Leider touristisch total überlaufen und entsprechend teuer.
Aber auch ein wahrer Meister darin aus dem begrenzten Platz und jedem Eckchen etwas Besonderes zu machen.

 

Aber macht euch selber ein Bild: