Mani ist unsere zweite Heimat. Genauer gesagt ist es Kardamili!

Daher ist es an der Zeit ein kleines Spezial einzuschieben ... das erste einer Reihe, die wir starten.

Bevor ich mehr erzähle, ersteinmal ein kleiner "Klugscheißer" Abschnitt:

Mani ist der mittlere Finger von Peloponnes und beginnt je nachdem wen man fragt in Kalamata oder Kitries und endet am südlichsten Teil des Fingers. Während in Kalamata die Architekttur von dem in Griechenland allseits beliebten "Beirut-Stil" geprägt wird, beherrschen im restlichen Mani wunderschöne "Stone-Cottages" und die alten, wehrhaften "Türmchen" der Clans das Landschaftsbild. Clans? Ja, Mani nennt man auch das kleine Sizilien Griechenlands. In der Vergangenheit war das Leben in Mani von Clans und deren blutigen Fehden bestimmt. Man kann insgesamt sagen, das die "Maniates" (gr. für Maniaten) ein sehr widerspenstiges Volk sind. In der Vergangenheit waren sie unberechenbar und ständig zerstritten. Es mag deswegen nicht verwundern, dass der griechische Befreiungskampf gegen die Türken hier seinen Ursprung fand.

Diesen besonderen Menschenschlag hat die rauhe und unwegsame Landschaft hervorgebracht. Kaum eine Gegend in Griechenland ist so rauh, karg, bergig und zugleich schön und freundlich. Mani's Schhönheit ist von der Einfachheit und Authentizität der Landschaft und der Menschen geprägt. Das Taygetos Gebierge, durchzieht fast den gesamten mittleren "Finger" von Peloponnes und prägt die Landschaft erheblich. Mit 2407m (Profitis Ilias) ist er auch die höchste Erhebung der Halbinsel.

Kardamili

Ab Kalamata führt an "Kato Verga" vorbei die "Straße nach Areopolis" in das bergige Clan-Gebiet. An idylischen Bergörfern vorbei, wie z.B. Kampos oder Malta (das heißt wirklich so), zeigen sich schon sehr früh rechts und links an den Hügel-Spitzen kleine Wehrtürmchen. Nach dem Ort Prosilio, mit seiner Raketen-Turm Kirche, schlängelt sich die Straße wieder zurück an die Küste, wo auch das verträumte Künstler-Örtchen Kardamili liegt. In Kardamili gibt es auch einen sehr gut erhaltenen ummauerten Wehrturm, mit Clanhaus und einer eigenen angeschlossen Kirche. Daneben gibt es ein schönes Restaurant "Old Kardamili" mit schöner Aussicht.

Wir fahren (kein Scherz) jeden Tag von Kato Verga (bei Kalamata) die Strecke nach Kardamili, um an dem unglaublich idylischen Steinstrand "Ritsa" zu liegen und im Wasser von den Doraden gebissen zu werden. Das Wasser ist sauber und kristall-klar und die Anzahl der Touristen ist wirklich überschaubar. Das Restaurant Elies liegt direkt am Strand und die Olivenbäume im Garten spenden dem Restaurant-Besucher und Spatzen (Sonja's Freunde) Schatten. Die Spatzen sind wirklich eine Show, dankbare Abnehmer von Brotkrumen, ohne wirklich aufdringlich zu sein und sind von den paar herumlaufenden Katzen komplett unbeeindruckt. Das Essen ist hervorragend, nicht nur für Spatzen, auch für Menschen. Wer will kann sich hier traditionell griechisch, auch ohne Fleisch, ernähren.

Fasolakia, Bamies, Gemista, Kolokithokeftedes, Briam, Fava - einfach mal googlen. Hausmannskost wie Pastizio, Hühnchen mit Kartoffeln aus dem Ofen, Kokinisto und andere findet man auf der Karte, auch wenn nicht alle Gerichte jeden Tag angeboten werden. Dazu empfehle ich eine kühle hausgemachte Limonade.

Einer von Sonja's Freunden

Stoupa und Kalogrias

Die Straße weiter die Küste entlang über Kalamitsi und ein paar versteckten Badebuchten kommt man den Ort Stoupa und das davorgelagerte Kalogrias. Stoupa (und leider auch Kalogrias) sind ganz anderes. Zum Glück für viele englische, deutsche und österreichische Touristen ist es komplett touristisch erschlossen. Pubs, Pizzerias, Krims-Krams-Touri-Tretminen-Läden und vieles mehr reihen sich an der Promenade, die den einst so schönen Sandstrand ummauern. Dabei war der Ort in den 80ern so idyllisch. Kalogrias ist der Sandstrand neben Stoupa, da wurden Restaurants um den Sandstrand gebaut. Es gibt Bilder von 1989 wie wir mit Freunden nach dem Beachvolleyball spielen unter den Bäumen, die den Sandstrand umsäumten, Schatten gesucht haben. Ja, der Strand war so leer, dass wir ein Netz aufspannen konnten, um uns in Seelenruhe auf unseren Ballwechsel konzentrieren konnten. In Stoupa gibt es ein geniales Cafe (Patriko-Pub-Cafe) mit den besten hausgemachten Orangen- (Portokalopita) und Walnusskuchen (Karidopita). In Kalogrias gibt es ein genialles (Kalogria-)Restaurant mit sehr tollen modern griechisch interpretierten Speisen. So errinnert der Linsen-Salat eher an eine Bowl und auch die typisch griechisches Speisen sind ein Tick anders. Wir empfehlen die Spaghetti mit Scampi - Irre.

Was Kalogrias und Stoupa gemeinsam haben und sich nicht verändert hat: der super feine helle Sandstrand und das kristallklare kalte Wasser. Man kämpft sich an die rosagebrannten Touristen vorbei ins Wasser und plötzlich sind alle weg! Man geht ewig ins Wasser rein und das kalte Brackwasser lässt einen die stechende Hitze vergessen. Die unterirdischen Süßwasserzuläufe kühlen das Wasser zusätzlich ab und bieten jedem Schnorchler/Taucher eine interassante Unterwasserwelt. Trotz aller Touristen und Veränderungen ist das Wasser immer noch top und Doraden verfolgen einen auf Schritt und Tritt (watch your six).

 

Rundflug

Die Vogelperspektive ist schon was feines. 

 

 

Mani Unterwasser

Auch unter Wasser ist Mani interessant. Es gibt einige Tauchspots und die felsige und zerklüftete Landschaft ragt oft ins Meer und bietet allen möglichen Meeresbewohnern einen tollen Lebensraum. Nicht zu vergessen die vielen Doraden, die uns nach dem Leben trachten! Kaum geht man ins Wasser, schon tummeln sie sich um einen herum und zwicken einen dann auch hier und da.